Weniger Verpackungen beim Spontaneinkauf

Viele Supermärkte bieten bereits seit längerem die Möglichkeit, Produkte an der Frischetheke in selbstmitgebrachten Behältern mitzunehmen. Dadurch kann die Verpackung zum Einwickeln von Käse oder Wurst, die meist aus beschichtetem Papier besteht und ansonsten als Leichtverpackung im Müll landet, erspart werden. Aber was ist, wenn der eigene Behälter zu Hause vergessen wird? Oder man auf dem Weg nach Hause noch schnell spontan einkauft, das eigene Sackerl aber gerade nicht dabei hat? Dann wird erst wieder auf diverse andere Einwegverpackungen zurückgegriffen und das verpackungsfreie Angebot nicht genutzt.

Mehrweg-Transportboxen mit Pfand

Denis Brüggemeier, Geschäftsführer des Edeka-Brüggemeier hat das Problem erkannt und möchte ganz nach dem Motto „Mehrwert durch Mehrweg“ mithilfe von Mehrweg-Transportboxen dagegenwirken. In den sieben Filialen des Edeka-Brüggemeier stehen deshalb an jeder Frischetheke Mehrwegboxen zur Verfügung, die gegen Pfand genutzt werden können. So kann auch dann, wenn mal die eigene Box nicht zum Einkauf mitgebracht wurde, auf weniger Verpackungen geachtet werden. Auch für den Transport nach Hause, wenn das eigene Sackerl gerade nicht dabei ist, gibt es bei Edeka-Brüggermeier eine Mehrweg-Alternative. Statt auf ein Einwegsackerl oder ein weiteres Baumwollsackerl, wovon vermutlich schon mehr als genug zu Hause herumliegen, zurückzugreifen, stellt Edeka-Brüggemeier die Möglichkeit zur Verfügung eine Mehrweg-Faltboxen zu verwenden. Diese bestehen aus Hartplastik und können nach dem Entladen gefaltet werden, sodass sie als Zwischenablage bis zum nächsten Einkauf möglichst wenig Stauraum einnehmen. Fünf Euro beträgt der Pfandwert und die Faltboxen können beim nächsten Einkauf bei einer der Supermärkte retourniert werden, wo sie anschließend in die Edeka-Waschstraße gebracht und gereinigt werden. Durch diese Mehrweg-Pfandsysteme kann auch trotz eines Spontaneinkauf nachhaltiger eingekauft werden.

Willst du mehr von Edeka-Brüggemeier erfahren? Hier geht’s zur Homepage: https://www.edeka-brueggemeier.de/de/ueber-uns/mehrwert-durch-mehrweg

Mehrweg vor Einweg

Gegenüber Einwegverpackungen haben Mehrwegsysteme ganz klar die Nase vorne, solange auf ein paar Dinge geachtet wird. So sollen beispielsweise keine extrem langen Wege mit dem Reinigen und Prüfen der Materialien verbunden sein. Das gilt auch beim Verkauf von Flüssigware, wie Säften, die schon in dem Geschäft als Mehrwegflasche ankommen. Da ist es aus nachhaltiger Sicht am besten, auf Regionalität zu achten. Trotz allem darf man nicht vergessen, dass dieses Mehrweg-Angebot die Mitbring-Box und das eigene Sackerl nicht ersetzen sollen, sondern nur die bessere Alternative beim Spontaneinkauf gegenüber Einwegverpackungen ist. Selbstmitgebrachte Transportmöglichkeiten sind nämlich auch der Umwelt am liebsten!

Das Team Deutschland stellt sich vor

Hallo und herzlich willkommen zu unserer Vorstellrunde! Heute stellt sich vor: das Team Deutschland.

Wir – Nadine, Lukas, Delia, Marcel, Mona und Leonie – sind sechs Umweltsystemwissenschaftlerinnen, die es sich zur bescheidenen Aufgabe gemacht haben, unseren Planeten im Kampf gegen umweltschädliche Einwegverpackungen zu unterstützen. Als Ratgeber und Betreuer steht uns dabei Matthias Kuhnel  (The ReUse Project) aus Deutschland tatkräftig zur Seite.

Gemeinsam machen wir uns dafür auf die Suche nach, falls möglich, nachhaltigen Alternativen. Wir spezialisieren uns auf den Raum Deutschland und werden gründlich unter die Lupe nehmen, was unser Nachbarland für Ideen hat. Außerdem dürfen wir die Lieferantinnen von Spar Steiermark befragen und so direkt aus erster Hand erfahren, wo Verpackungen wirklich notwendig sind und wo wir eventuell an Erneuerungen tüfteln könnten. Wir freuen uns darauf, unser gesammeltes Wissen jeden Montag mit euch zu teilen! Also dann – bleibt dran und lasst euch inspirieren!

Initiatives Viktring – Örtliches Bildungswerk

Seit 2016 gibt es zweimal jährlich ein Reparatur-Café in Viktring, ein Ortsteil von Klagenfurt. Organisiert werden die Treffen über das örtliche Bildungswerk „Initiatives Viktring“. Das Kärntner Bildungswerk richtet sich an jene Personen und Institutionen, die Interesse und Bereitschaft zeigen, aktiv an der Entwicklung ihrer Person und ihres Lebensumfeldes mitzuwirken.In Kärnten gibt es drei Standorte, an welchen in regelmäßigen Abstand ein Repair Café stattfindet:

  • Repair Café Villach
  • Repair Café Viktring
  • Repair Café Gmünd

Ein Repair Café ist eine Nachbarschaftsinitiative, bei der sich Reparaturexperten /innen ehrenamtlich zur Verfügung stellen und gemeinsam mit Besucher/innen jene Dinge, die diese mitgebracht haben, begutachten und reparieren. Die Reparatur erfolgt kostenlos. Gesucht werden Menschen (Nachbarn) die sich mit elektrischen Geräten, bei Möbeln und Objekten aus Holz und mit Fahrrädern etc. auskennen. Auch für Fragen und Unterstützung rund um die digitale Welt sind Experten/innen vor Ort. Es können Nähmaschinen, Elektrogeräte, Textilien, reparaturbedürftige Bücher und vieles mehr mitgebracht werden.Das Reparatur Café wird von ehrenamtlichen Mitarbeitern organisiert und durchgeführt. Ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen übernehmen die Aufgabe des Gastgebers. Sie begrüßen die Besucher/innen und sind Ansprechpartner/innen für die Gäste und die Reparaturexperten/innen des Repair Cafés, Die Organisatorinnen des örtlichen Bildungswerks „Initiatives Viktring“ und des Vereins „iiiK – Verein für Interkulturalität, Integration und Inklusion in Kärnten“, verkürzen die Wartezeit mit Kaffee und Kuchen. Durch die gemeinsame „Kaffeehaus-Plauderatmosphäre“ wird so auch zwischenmenschlicher Austausch, gegenseitige Hilfe und regionale Gemeinschaft gefördert. Interessierte und engagierte Menschen können hier in Kontakt treten und Erfahrungen austauschen oder einfach bei Kaffee und Kuchen eine gute Zeit miteinander verbringen.Hinter diesem Projekt steht auch eine ideologische Komponente dahinter. Es geht um die Reduktion des Müllberge-Wachstums und den verantwortungsbewussten Umgang mit Rohstoffen. Damit einher geht auch die finanzielle Komponente, da ja nicht jede/r die Neuanschaffung oder Reparatur bezahlen kann.

Ziel der Initiative:

Aktive Einbindung der Menschen vor Ort: Eine wirksame Ortsentwicklung und -gestaltung gelingt nur durch eine aktive Einbindung der Menschen vor Ort. Soziale Vernetzung in den Ortschaften: Förderung und Unterstützung des persönlichen Engagements für das Gemeinwesen durch die Hervorhebung der Verantwortung aller Bewohner und Bewohnerinnen für das eigene Lebensumfeld werden auf- und ausgebaut.

MÜLLionen Möglichkeiten: Methodentoolbox Abfallvermeidung

Die “Methodentoolbox Abfallvermeidung” bietet eine praxisnahe Sammlung verschiedenster Methoden zur Vermittlung des Themas “Müllvermeidung” an Jugendliche. Das Thema “Abfallvermeidung” ist, insbesondere bei den “Teenies” unter uns, oft wenig präsent und gerade für sie schwer nachvollziehbar. Viele Organisationen, die Abfallvermeidung an Jugendliche vermitteln wollen, stehen vor der Problematik, dass ihnen Wissen und Erfahrung über die dazu am besten geeignete Methode und Herangehensweise fehlen. Das Ziel der Methodentoolbox ist es daher, dieser Problematik Abhilfe zu schaffen, indem unterschiedliche Vermittlungsmethoden gesammelt, zusammengefasst, laufend erweitert und öffentlich zur Verfügung gestellt werden.

Zu den Methoden der Toolbox zählen (Kreativ)-Workshops, Exkursionen, Podiumsdiksussionen, Best Practice-Vernetzung sowie Filmeabende. Bei der Veranstaltung “Green Days: MÜLLionen Möglichkeiten”, die im September 2015 mit 250 TeilnehmerInnen zw. 16 und 24. Jahren in Wien stattfand, kamen die TeilnehmerInnen mit diesen Methoden in Berührung. Die Jugendlichen sowie ihre Begleitpersonen wurden im Rahmen einer Online-Umfrage dazu aufgefordert, über die einzelnen kennengelernten Methoden sowie darüber hinausgehenden eigenen Ideen und Erfahrungen zu berichten. “Die fertiggestellte Methodentoolbox wurde in einer eigenen Rubrik auf der Homepage der Jugend-Umwelt-Plattform JUMP veröffentlicht (www.jugendumwelt.at/methodentoolbox) und über die Kanäle der Jugend-Umwelt-Plattform JUMP verbreitet.

Wofür steht diese Plattform “JUMP” überhaupt?

Der Name ist ein Programm und bedeutet übersetzt ganz einfach ein “Sprungbrett” in den Umwelt- und Nachhaltigkeitsbereich! Als NGO bietet “JUMP” eine Vielzahl an Möglichkeiten ein Umdenken in unseren Köpfen zu aktivieren um unserer Umwelt eine ordentliche Portion grüne Achtsamkeit zu schenken. Die Plattform ist ein richtiger “Allrounder”  in Punkto Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Abfallvermeidung reinzuschnuppern, einzutauchen, innovativ und kreativ zu werden plus Gleichgesinnte kennenzulernen! 

Was findet man abgesehen von der Methodentoolbox noch so auf “JUMP”? Man kann nie früh genug anfangen seine Sommerferien zu planen deswegen hier ein kleiner Vorgeschmack: der Programmpunkt “Frequency Green Team”! Das “Green Team” hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Festivalgelände sauber zu halten und den Müll des Festivals zu minimieren.
Wenn auch ihr euch mit dem Thema in spannender, interaktive Weise auseinandersetzen möchtet und neue Bekanntschaften machen möchtet schaut vorbei auf deren Webseite dort findet ihr nähere Details zu deren Programm!


Hier der Link auf deren Website:
https://www.jugendumwelt.at/de/programme/m%C3%BCllionen-m%C3%B6glichkeiten-methodentoolbox-abfallvermeidung

Euer Wiener Glumpat-Team
Irene, Anna,Tanja, Klara und Olivia

Energie- und Umweltpreis der Stadt Villach

Wenn mir im Laufe der letzten paar Monate eines aufgefallen ist, dann, dass es in Kärnten eine Vielzahl an großartigen Projekten und Initiativen gibt, die sich für die Bewusstseinsbildung für Abfallvermeidung einsetzen. Was mir bei meinen Recherchen aber leider auch aufgefallen ist, ist, dass es mitunter ziemlich schwierig sein kann, diese tollen Projekte auch tatsächlich ausfindig zu machen. Wie man auf diese einzigartigen und vorbildhaften Leistungen am besten aufmerksamen machen könnte, hat sich wohl auch die Stadt Villach gefragt und kurzerhand einen Energie- und Umweltpreis ins Leben gerufen.

Auszeichnung für hervorragendes Engagement

Seit 2017 prämiert die Stadt Villach alle zwei Jahre außergewöhnliche Projekte für den Umwelt- und Klimaschutz mit sage und schreibe 4.000 Euro. Vorschläge und Projekte, die diesen Preis verdienen, können vorab online eingebracht werden. Über die Siegerprojekte entscheidet dann eine Fachjury, in der auch die Villacher und VillacherInnen einen Platz finden und via Online-Voting mitabstimmen können. Eingereicht werden dürfen Projekte, die sich für erneuerbare Energien einsetzen, sowie für die Luftreinhaltung, den Naturschutz oder eben auch für die Abfallvermeidung und -entsorgung.

Speiserestverwertung im LKH Villach

So befand sich unter den eingesendeten Projekten, die 2017 in die engere Auswahl kamen, beispielsweise ein Abfallvermeidungsprojekt des LKH Villach. Im Rahmen dessen sollte das erhöhte Aufkommen von Speiseresten im Krankenhaus – 2014 lag dieses immerhin bei über 147.730kg – drastisch reduziert werden. Durch eine Vielzahl an Maßnahmen, wie eine Neubestimmung der Portionsgrößen und eine Befragung zu den Essgewohnheiten der Patienten, konnte die Menge an Speiseresten bis 2016 tatsächlich auf 101.220kg reduziert werden. Das entspricht einer Reduktion von knapp 32% innerhalb von nur 3 Jahren! Eine tolle Leistung, die auch bei der Jury Anklang fand und schließlich als glorreicher Sieger des Online-Votings 2017 hervorging.

Geschirrmobil für weniger Plastik

Auch im vergangenen Jahr schaffte es ein Projekt, dass sich für die Abfallvermeidung einsetzt, in die engere Auswahl für den Energie- und Umweltpreis: das Geschirrmobil des AWV Villach. Dieses steht den BürgerInnen der Mitgliedsgemeinden des AWV jederzeit zur Verfügung und kann für Feste und Veranstaltungen angemietet werden. Ausgestattet mit Mehrweg-Kunststoffgeschirr sowie Edelstahl-Besteck, die allesamt direkt im Geschirrmobil wieder gereinigt werden können, bietet es eine grandiose Alternative zu Einweg-Plastik und verhindert schon im Vorhinein, dass Müll überhaupt anfällt. Ebenfalls ein tolles Projekt, das dank des Energie- und Umweltpreises in Zukunft sicher noch häufiger genutzt werden wird!

Pionier in der Kärntner Bewusstseinsbildung – AWV Westkärnten

Seit der Anordnung des Landes zur Bildung von Kärntner Abfallvermeidungsverbänden im Jahre 1978 entwickelten sich sechs gebietsbezogene Verbände. Neben den Abfallwirtschaftsverbänden der Ballungsräume Villach und Klagenfurt bildeten sich der Verband Lavanttal, Völkermarkt/Sankt Veit, Spittal sowie der Abfallwirtschaftsverband Westkärnten, welcher vor allem auf die Bewusstseinsbildung in Sachen Abfallvermeidung Wert legt.

Bürgernaher Gemeindeverband

Das Team des Abfallwirtschaftsverbandes Westkärntens, bestehend aus Vertretern von 13 Gemeinden des Bezirkes Spittal sowie weiteren 8 Gemeinden aus dem Bezirk Hermagor, bezeichnet sich selbst als ein sehr persönlicher und bürgernaher Verband. Nicht nur für BürgerInnen der besagten Gemeinden, sondern auch für Betriebe, öffentlichen Einrichtungen sowie den Gemeinden per se wirkt der Westkärntner Verband in beratender und unterstützender Form in Fragen und Anliegen rund um das Thema Abfall. Neben dem Ziel des Schutzes unserer gemeinsamen Lebensgrundlagen konzentriert man sich im Westen Kärntens vor allem auf eine abfallorientierte Weiterbildung für Menschen in verschiedenen Ausbildungs- bzw. Altersstufen. Die strategische Vorbereitung unter den Mitgliedern im Gremium ist eine essenzielle Phase, um sich akkurat auf die jeweiligen Projekte vorzubereiten. Im Anschluss an diese strategische Phase werden die Tätigkeiten eingeleitet und die drei A’s – Abfallvermeidung, Abfallverwertung und Abfallentsorgung behandelt.

Pläne und Projekte in Sachen Abfallvermeidung

Der AWV Westkärnten spezialisiert sich neben den Abschlüssen von Abfallentsorgungsverträgen mit Betrieben und Abfallverwertungen, beispielsweise in Form von Altspeisefettsammlungen, wie bereits eingangs erwähnt mit der Bewusstseinsbildung im Gebiet der Abfallvermeidung. Die Beratungen in Betrieben, Kindergärten, Volksschulen sowie Mittleren und Höheren Schulen wurden im Schuljahr 2018/19 weiter forciert. Verschiedene Workshops rund um die Themen Abfallvermeidung, Lebensmittelrettung oder auch Recycling von scheinbar kaputten Dingen erziehen junge Menschen schon früh zu Individuen, die einen verantwortungsvollen und rationalen Umgang mit den gegebenen Mitteln pflegen. In Mittelschulen des Gebietes wurde ebenso ein Projekt mit dem Namen „Nachhaltiges Abfallmanagement für Schulen“ eingeführt, um in mehreren Modulen eine nachhaltige Bewusstseinsbildung in den Schulen zu ermöglichen. Nicht nur SchülerInnen, Lehrkräfte und der Direktor, sondern auch das Reinigungspersonal inklusive des Schulwarts wurden dabei belehrt. Auch ein Projekt zur Lebensmittelrettung wurde unlängst vom Verband an der BORG und HLW Hermagor unterstützt.

Die Abfallwirtschaftsverbände dürfen wohl in ganz Österreich als Vorreiter in Sachen Bewusstseinsbildung zur Abfallvermeidung gelten und wecken den Anschein, ständig ein offenes Ohr für kleine und große Anliegen von gewillten „Abfallvermeidern“ zu haben.

Quelle:
http://www.awvwestkaernten.at/en/

Stadt im „Wandel“

Die 5 000 Seelen Stadt Friesach in Kärnten steht schon seit längerer Zeit im Wandel und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn der dort ansässige Verein „Friesach im Wandel“ ist um eine ständige Erweiterung des Spektrums der bewusstseinsbildenden Abfallvermeidung für Gemeindebürger und auch darüber hinaus, bemüht.

Die ersten Projekte

Erst Mitte November feierte man den 5. Geburtstag des Kost-Nix-Ladens, der als Pioniers-Projekt des wohltätigen Vereins gilt. In diesem Geschäftslokal in der Burgenstadt Friesach handelt man nach dem Prinzip der „Schenkökonomie“, wie es so schön auf der Website bezeichnet wird. So werden intakte Dinge, die für Personen keinen Wert mehr enthalten mit offenen Händen entgegengenommen und an andere Personen, die diese Dinge benötigen weitergegeben. Das System beruht natürlich auf Unentgeltlichkeit und schafft dadurch einen barrierefreien Zugang für Bedürftige. Eine der vielen großartigen Seiten, die durch dieses Projekt geschaffen werden, ist die Erstickung der Abfallherstellung auf vielen Ebenen im Keim. Den BürgerInnen wird zudem ein Angebot der einfachen „Entsorgung“ offenbart sowie auch die Möglichkeit geboten, Dinge in den elitären Kreis des Recyclings eintreten zu lassen.

Wer rastet der rostet

Der Kost-Nix-Laden verlangt aber auch ständig innovativen Ideen, um einen Überschuss an gespendeten Dingen zu vermeiden und nicht zu einer Deponie zu werden. Einige Mitglieder des Vereins initiieren aus diesem Grund bereits seit längerer Zeit monatliche Näh-Treffs, bei denen versucht wird intakte Waren eine neue Chance zu ermöglichen. Diese Näh-Treffs dienen der Bewusstseinserweiterung sowie der Erlernung von Möglichkeiten, die es gibt, ein Kleidungsstück weiterleben zu lassen. Während sich aus dem einen Kleidungsstück mit nur wenigen Handgriffen eine recycelte und gleichzeitig modische Tragetasche gestalten lässt, kann man aus anderen Materialien auch Pölster kreieren. Dem Ideenreichtum sind keine Grenzen gesetzt und die neu erlernten handwerklichen Fähigkeiten sollten Anreiz dazu geben, alte Kleidungsstücke nicht einfach durch neue zu ersetzen, sondern diesen alten Kleidungsstücken auch neue dementsprechende Funktionen zuzuweisen. Unlängst fand in den Gemäuern des Jugendzentrums Kastl auch eine Filmvorführung in Bezug auf die Wegwerf-Gesellschaft statt, organisiert natürlich von „Friesach im Wandel“.

Noch lange nicht genug Projekte

Neben den Kost-Nix-Laden und den dazugehörigen Initiativen sind auch weitere Projekte beim Verein im Gange. So werden zum Beispiel Lebensmittel von Bäckern und Landwirten aus der näheren Umgebung ebenso vor der Entsorgung gerettet. „Friesach im Wandel“ tritt nun vermehrt auch medial auf und kann ebenso mit einer sehr gut gestalteten Homepage überzeugen.

https://www.friesach-im-wandel.at/

Mach dich Frei!

Zero Waste auf ganzer Linie? Geht das…?

Wieso nicht! „Mein Lieblingsstück“ lebt diesen Lifestyle mittlerweile schon seit längerem. Mit ihrer Initiative sind sie DIE Anlaufstelle in St. Veit an der Glan bzw. in Kärnten und das Beste daran: man kann nicht nur deren Produkte erwerben, welche entweder Zero Waste sind oder dies fördern, sondern auch bei ihren Veranstaltungen viel über eine Abfallfreie Zukunft lernen.

Wer kommt denn auf sowas?

Melanie Gaggl heißt die Initiatorin, welche sich nun seit 2014 mit ihrem eigenem Upcyclinglabel „mein Lieblingsstück“ für Abfallvermeidung im Alltag, aber auch vor allem im Textilbereich, stark macht. Neben „Upcycled fashion“ werden im „Zero Waste Laden“ Produkte angeboten, welche sowohl im Haushalt als auch Unterwegs nützlich sein können. Weiters engagiert sich Melanie dafür, dass sich Kinder schon von klein auf mit diesem brisanten Thema auseinandersetzten und hält deshalb regelmäßig Workshops oder Vorträge in Schulen und Kindergärten.  

„Mach dich Frei!“ Was soll das bedeuten?

So lautet das Motto zu einem Abfallfreiem Lebensstil. Durch Veranstaltungen bzw. Vorträge und einen eigens eingerichteten Blog auf deren Website, zeigt euch so das Team um „Mein Lieblingsstück“ auf, wie man leicht und einfach einen Abfallfreien Lebensstil führen kann. Die Palette an Angeboten bei den Veranstaltungen ist wirklich groß und sehr abwechslungsreich. So werden z.B. Kleidertauschpartys oder Zero Waste Brunchs angeboten, aber auch viele Workshops, die sich damit befassen, wie man selbst von Zuhause aus schnell Dinge Upcyclen bzw. wiederverwenden kann.

„Someone’s trash – someone’s treasure“ So wird’s gemacht

Damit sei gesagt, dass du dir sicher sein kannst, dass aus deinen alten Lieblingsstücken, mit ein bisschen Hilfe von Naturmaterialien (alles entweder recycelt oder BIO und GTOS zertifiziert) und ein kleiner Arbeitsaufwand wieder neue Kleidungsstücke werden und somit Abfall vermieden wird.

„Wir l(i)eben was wir tun“

Ziel dieser Initiative ist es die Umwelt, aber auch die eigene Gesundheit zu schützen und somit Abfall zu vermeiden bzw. Dinge wieder zu verwerten. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Versuch, das Bewusstsein über Zero Waste bei den Mitmenschen zu schaffen.

Quelle: https://www.mein-lieblingsstueck.at

https://www.zerowasteaustria.at/lieblingstueck.html

Re-Use einmal anders gedacht

Es naht wieder die Weihnachtszeit und viele Menschen freuen sich darauf, eine besinnliche Zeit mit den liebsten Verbringen zu dürfen. Was zu Weihnachten natürlich nicht fehlen darf, sind Geschenke:

Der Glanz in den Augen eines Kindes, wenn es gerade dabei ist, seine neuesten Spielzeuge auszupacken, ist unbezahlbar. Präsente an Freunde, Familie und Kollegen sind in der heutigen Zeit gar nicht mehr wegzudenken.

Aber wer kennt das nicht: Man bekommt Kleidung geschenkt, die zu groß oder schlimmer, nach den opulenten Feiertags-Mahlzeiten, viel zu klein ist. Von großzügigen Verwandten erhält man vielleicht das neueste Handy, einen Laptop, ein Tablet oder sogar einen neuen Fernseher, obwohl die Elektrogeräte, die man besitzt, möglicherweise noch einwandfrei funktionieren. Der Geschäftsmann bekommt seine siebte kornblumenblaue Krawatte und das heißgeliebte Geschenk des Sprösslings, liegt nach wenigen Tagen unbenutzt und ungewollt in der Spielzeugkiste.

Nun was tun mit all diesen zwar technisch noch einwandfrei funktionierenden, aber nicht mehr gewollten Sachen? Der Kleiderschrank geht über, die Kellerabteile sind voll und die Dinge warten ungenutzt auf ihre Verschrottung oder Entsorgung. Es gibt natürlich genügend Online-Plattformen oder Flohmärkte, um diese Sachen wieder zu Geld zu machen, aber wie wäre es in so einen Fall in eine Tauschgemeinschaft einzutreten?

Man hat die Möglichkeit, ungewollte Sachen loszuwerden, die nur am Lagerplatz verstauben und zusätzlich unterstützt man eine regionale, nachbarschaftliche Gemeinschaft und kann somit auch mit Unterstützung rechnen. Ebenfalls ein überaus positiver Effekt ist, dass man einer nachhaltigen Nutzung von Elektrogeräten, Büchern, Kleidung, Geschirr, etc. Vorschub leistet. Klingt das für sie Interessant?

Wenn ja, dann möchte ich auf eine besondere Form eines Tauschkreises aufmerksam machen. Den Kost-Nix-Laden.

Was ist ein Kost-Nix-Laden?

Ein Kost-Nix-Laden geht im Vergleich zu einer Tauschgemeinschaft noch einen Schritt weiter: Es ist eine Schenkwirtschaft. Das heißt, dass man die Möglichkeit hat seine alten Sachen abzugeben, natürlich nur unter der Voraussetzung das diese noch verwendbar sind und man kann Dinge, die man selbst benötigt OHNE GEGENLEISTUNG mitnehmen. Das heißt, es muss weder bezahlt werden noch direkt getauscht. Geben und Nehmen ist voneinander entkoppelt.

Man kann seine alten Sachen abgeben und wieder gehen, mit dem guten Gewissen seiner eigenen regionalen Gemeinschaft geholfen zu haben oder einfach nur hingehen und „kostenfrei“ shoppen.

Somit werden brauchbare Dinge nicht einfach auf den Müll geworfen, sondern der weiteren Nutzung zugeführt, sozusagen recycelt. Damit wird ein Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung geleistet und man kann bei den Nutzern dieser Läden, ein erwachendes Bewusstsein für den achtsamen Umgang mit den Dingen beobachten, was wiederum das Verhältnis zum eigenen Eigentum verändert. Dies ist meines Erachtens ein wichtiges Statement gegen die Entwicklung in eine Wegwerfgesellschaft.

In Österreich, Deutschland und in den Niederlanden gibt es bereits vereinzelt solche Kost-Nix-Läden aber in weiterer Folge möchte ich auf den Laden im schönen Ottensheim aufmerksam machen.

Der Kost-Nix-Laden in Ottensheim

Dieses Geschäft ist im Frei [] Raum Ottensheim (ehem. Amtshaus) beheimatet und ist ein Projekt in Rahmen von Otelo. Es öffnet jeden Dienstag, Mittwoch und Freitag seine Tore für alle Interessierte und beheimatet Bücher, Kleidung, Spielzeug und noch viele weitere spannende Waren.  Zusätzlich gibt es eine sehr aktive Tauschgemeinschaft auf Facebook, bei der regelmäßig, Gegenstände angeboten aber auch nachgefragt werden.

Wie auch die Landtagsabgeordnete, Frau Ulrike Böker feststellte: „Alte Dinge wieder zu verwenden und das noch dazu mit diesem kostenlosen Zugang ist eine besonders nachhaltige und soziale Einrichtung. Dort treffen sich Jung und Alt, Menschen, die etwas wegzugeben haben und Menschen, die etwas brauchen. Aber nicht nur das. Der Kostnix-Laden erfüllt auch so manch einen Wunsch nach besonderen Dingen“ (https://www.meinbezirk.at/urfahr-umgebung/c-lokales/kostnix-laden-dinge-einkaufen-ganz-ohne-geld_a2412851)

Wenn das ihr Interesse erweckt hat, möchte ich sie dazu ermuntern, persönlich bei diesem spannenden Projekt vorbei zu schauen, mitzuwirken, zu tauschen oder einfach nur zu shoppen.

Kost-Nix-Laden Ottensheim, Im Frei [ ]raum Ottensheim (2. Obergeschoß) , Marktplatz 9, 4100 Ottensheim

E-Mail: kost_nix_laden@ottensheim.at

Die derzeitige Öffnungszeiten sind: jeden Di 18-20, jeden Freitag 14:00 – 18:00 Uhr und Mi 9:30 – 11:30

Die Facebook-Seite ist erreichbar unter folgenden Link:

https://www.facebook.com/groups/kostnixladen

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